Das sagt unsere Regie Elena Kristin Boecken über das 2.0:

Am 18.März 2017 wussten wir noch nicht, dass die AFD bei der Bundestagswahl im September über 12 Prozent holen würde. Wir kannten bereits den Ausdruck der „Alternativen Fakten“, doch waren wir uns vielleicht noch nicht bewusst wie häufig der frisch ins Amt eingeführte Präsident der USA noch Tatsachen verdrehen und dreiste Lügen erzählen würde. Wir hatten keine Ahnung, dass 2018 alle Hitzerekorde gebrochen werden sollten und uns so wieder einmal aufgezeigt würde in welche dramatische Richtung sich unser Klima entwickelt. 2018 mussten wir fassungslos dabei zusehen, wie sich der Rechtsruck in Deutschland auf dramatische Art und Weise zuspitzt. Hoffnung gab die #unteilbar-Demonstration im Oktober, an der sich Zehntausende gegen Hetze und Hass aussprachen. Wir sahen 2019 bereits zwei schreckliche Infernos. Eines zerstörte ein weltberühmtes Wahrzeichen, das andere große Teile eines einzigartigen Ökosystems.
Diese und unzählige andere einschneidende Ereignisse formen jeden Tag jene Welt, in der wir leben und arbeiten.
Am 18.März 2017 feierte ich mit dem Theaterbüro meine erste Premiere als Regisseurin. Noch heute kann ich mich ganz genau an meine Nervosität und Aufregung erinnern. Diese Premiere war der Start in mein Berufsleben als Theatermacherin. Seither habe ich in diversen Produktionen selbst auf der Bühne gestanden, die Produktionsleitung oder Regieassistenz übernommen und mit „Red Poppy Flowers“ (2018) das erste eigene Stück inszeniert. Ich habe mich mit neuen Stücken befasst, neue Kollegen kennengelernt und viele neue Erfahrungen sammeln können. Und auch außerhalb der Theaterszene hat sich in den zweieinhalb Jahren einiges getan. Jede Begegnung, jedes Gespräch, jedes „Up“ -und vor allem jedes „Down“- haben einen Einfluss auf das eigene (künstlerische) Schaffen. Zum Glück, bin ich nicht mehr der Mensch, der ich am 18.März 2017 war. Zum Glück sind wir, das Theaterbüro-Ensemble, gemeinsam gewachsen. Zum Glück, können wir euch die Geschichte von Ines, Garcin und Estelle noch einmal neu erzählen. Denn: wäre nicht die Stagnation der Anfang vom Ende?